Die Stärkung unternehmerischer Netzwerke, konkrete Ansätze zur Fachkräftebindung sowie aktuelle Infrastrukturthemen standen im Mittelpunkt des Unternehmensfrühstück im Industriegebiet Zella-Mehlis/Suhl am 19. März 2026. Insgesamt 36 Unternehmerinnen und Unternehmer folgten der Einladung in die Räumlichkeiten der Stadtwerke Suhl-Zella-Mehlis (SWSZ) und nutzten das Format gezielt zum Austausch mit der AG Wirtschaftsförderung der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft (KAG) Oberzentrum Südthüringen.
Gerade bei Industriegebieten wie von Suhl und Zella-Mehlis mit ihren strukturellen Gemeinsamkeiten und räumlicher Verbundenheit ist die enge interkommunale Abstimmung zwischen Unternehmen, Stadtverwaltungen und Institutionen von hoher Bedeutung. Die KAG übernimmt dabei eine koordinierende Rolle: Sie bündelt Anliegen aus der Unternehmerschaft, organisiert Informations- und Netzwerkformate und bringt wirtschaftsrelevante Themen strukturiert in kommunale Entscheidungs- und Förderprozesse ein. Für Unternehmen entsteht so ein direkter Zugang zu Ansprechpartnern, Projekten und Kooperationsmöglichkeiten.
Zum Auftakt begrüßte Torsten Widder, Bürgermeister der Stadt Zella-Mehlis, die Teilnehmenden und dankte der SWSZ für die Gastfreundschaft sowie die Organisation des Treffens. Im Anschluss wurde Sebastian Poppner als neuer Koordinator der Wirtschaftsförderung für die KAG Oberzentrum Südthüringen vorgestellt. Seine Aufgabe besteht insbesondere darin, Unternehmen noch stärker zu vernetzen, Entwicklungsbedarfe frühzeitig aufzunehmen und Impulse für gemeinsame Projekte zu setzen.
Auch SWSZ-Geschäftsführer Tino Schäfer hob die Bedeutung funktionierender Partnerschaften hervor. Erfolgreiche Standortentwicklung basiere nicht allein auf Infrastruktur oder Flächenangeboten, sondern vor allem auf Vertrauen, Kommunikation und gemeinsamen Perspektiven zwischen Wirtschaft und öffentlichen Akteuren.
Praxisimpuls: Fehlzeiten reduzieren und Mitarbeiter langfristig binden
Einen konkreten fachlichen Impuls setzte Holger Bock, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Thüringen-Südwest in Suhl, mit seinem Vortrag zur Reduzierung von Fehlzeiten. Er verdeutlichte, dass krankheitsbedingte Ausfälle zunehmend zu einem wirtschaftlichen Faktor werden, der Produktionsabläufe, Planungssicherheit und Kostenstrukturen beeinflusst. Unternehmen können hier durch präventive Maßnahmen gezielt gegensteuern, etwa durch gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen, flexible Organisationsmodelle oder strategische Personalentwicklung.
Im anschließenden Austausch zeigte sich der Mehrwert des Netzwerkformats besonders deutlich: Ein im Industriegebiet ansässiges Fitnessstudio bot beispielsweise an, interessierte Unternehmen individuell zur ganzheitlichen Mitarbeitergesundheit zu beraten. Solche direkten Kontakte entstehen häufig erst durch persönliche Begegnungen bspw. im Rahmen der KAG-Veranstaltungen und können zu konkreten Kooperationen führen.
Wirtschaftsförderung als Partner im Wettbewerb um Fachkräfte
KAG-Wirtschaftsförderin Estelle Gutberlet stellte darüber hinaus den geplanten Vier-Städte-Gutschein vor. Dieses Instrument soll auch Unternehmen künftig ermöglichen, ihren Beschäftigten zusätzliche steuerfreie Sachbezüge anzubieten und damit ihre Attraktivität als lokal agierenden Arbeitgeber zu steigern. Gleichzeitig wird Kaufkraft gezielt in der Region gebunden. Ein Vorteil für Verbraucher, Handel, Dienstleister und den gesamten Wirtschaftsstandort.
Infrastruktur gemeinsam gestalten
Ein weiteres Thema war der aktuelle Stand des Glasfaserausbaus im Industriegebiet. Hier übernimmt die KAG eine wichtige Vermittlungsfunktion: Rückmeldungen aus der Unternehmerschaft werden gebündelt, priorisiert und in die Kommunen eingebracht. Diese koordinieren dann die Abstimmungen mit den Telekommunikationsunternehmen.
Einblicke bei den Stadtwerken
Den Abschluss bildeten eine Unternehmensvorstellung durch Geschäftsführer Tino Schäfer sowie ein Rundgang durch die Anlagen der SWSZ. Die Teilnehmenden erhielten praxisnahe Einblicke in Versorgungsprozesse und Investitionsvorhaben. Gleichzeitig bot sich Gelegenheit, Fragen direkt vor Ort zu diskutieren und neue Kontakte zu knüpfen.
Gemeinsam stärker im Standortwettbewerb
Der Unternehmerstammtisch verdeutlichte erneut, welchen Mehrwert strukturierte Netzwerke für Unternehmen bieten. Die Kombination aus fachlichen Impulsen, direktem Austausch und institutioneller Begleitung schafft konkrete Ansatzpunkte, um wirtschaftliche Herausforderungen
gemeinsam anzugehen. Für das Industriegebiet Zella-Mehlis/Suhl bleibt die enge Zusammenarbeit innerhalb der KAG damit ein zentraler Erfolgsfaktor, um Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, Innovationen voranzutreiben und die Zukunftsfähigkeit des gesamten Wirtschaftsraums Südthüringen zu stärken.
Formate wie das Unternehmensfrühstück zeigen, dass Wirtschaftsförderung weit über reine Flächenvermarktung hinausgeht. Sie schafft Plattformen für Wissenstransfer, unterstützt Unternehmen bei Förderfragen, initiiert Qualifizierungs- und Kooperationsprojekte und stärkt die Sichtbarkeit regionaler Wirtschaftskraft. Für Betriebe entsteht dadurch ein konkreter Nutzen, von neuen Geschäftskontakten über Informationsvorsprünge bis hin zu gemeinsamen Lösungsansätzen bei strukturellen Herausforderungen.
Infokasten SWSZ
Die Stadtwerke Suhl-Zella-Mehlis GmbH & Co. KG (SWSZ) sind ein regionaler Versorgungs- und Infrastrukturdienstleister für Haushalte und Unternehmen im Oberzentrum Südthüringen. Neben der zuverlässigen Energie- und Wasserversorgung engagiert sich das Unternehmen im Ausbau moderner Netze sowie in der Begleitung wirtschaftlicher Standortentwicklungen. In Zusammenarbeit mit der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft und der Wirtschaftsförderung unterstützt die SWSZ Unternehmen bei Themen wie Arbeitsschutz, konjunkturellen Rahmenbedingungen und infrastrukturellen Anforderungen. Dadurch trägt sie wesentlich dazu bei, stabile Produktions- und Investitionsbedingungen im Industriegebiet Suhl-Zella-Mehlis zu sichern.
- Tino Schäfer
- Holger Bock
- Gruppenfoto_Tagungsraum
- Gruppenfoto_Außenbereich










