Wie können Unternehmen die Chancen des digitalen Wandels nutzen und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern? Mit dieser und weiteren Fragen beschäftigte sich der Friedberg-Management-Stammtisch, unterstützt durch die AG Wirtschaftsförderung der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft (KAG) Oberzentrum Südthüringen am 21. Mai 2026 im Business Vital Hotel Suhl. Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Industrie- und Gewerbegebiet Friedberg zwischen Suhl und Schleusingen nutzten die Veranstaltung für den Austausch über aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen, regionale Projekte und Zukunftsthemen.
Der Friedberg-Management-Stammtisch gehört zu den etablierten Netzwerkformaten im Oberzentrum Südthüringen. Das Industrie- und Gewerbegebiet Friedberg zählt zu den bedeutenden Wirtschaftsstandorten der Region und beherbergt zahlreiche Unternehmen aus Industrie, Handwerk und Dienstleistung. Mit dem Veranstaltungsformat schafft die KAG eine Plattform, auf der wirtschaftsrelevante Themen frühzeitig aufgegriffen, Anliegen aus der Unternehmerschaft gebündelt und neue Kooperationen angestoßen werden können. Gleichzeitig erhält die gemeinsame Wirtschaftsförderung, der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft (KAG) Oberzentrum Südthüringen, wichtige Impulse aus den Unternehmen für ihre weitere Arbeit.
Aktuelle Themen aus Unternehmen und Region
Nach dem gemeinsamen Frühstück standen zunächst die Themen der Unternehmen im Mittelpunkt. Diskutiert wurde unter anderem der aktuelle Stand der Planungen zur Schleusinger Straße, die für zahlreiche Unternehmen im Industrie- und Gewerbegebiet von besonderer Bedeutung sind. Darüber hinaus informierte die KAG über aktuelle Entwicklungen und bevorstehende Veranstaltungen im Oberzentrum Südthüringen. Vorgestellt wurden u.a. das Forum Sicherheits- und Verteidigungstechnologie am 10. Juni 2026 im Congress Center der Messe Erfurt, der Netzwerkabend der KAG „Präzision und Glastechnologie“ am 16. Juni 2026 im Schießsportzentrum Suhl sowie die ISSF Junioren-Weltmeisterschaft im Schießsport vom 16. bis 24. Juni 2026 im Schießsportzentrum Suhl. Ebenfalls vorgestellt wurde der nächste City-Biathlon in Oberhof am 29. August 2026, der erneut auch Unternehmen anspricht, mit eigenen Teams an den Start zu gehen und so das öffentliche Interesse einmal mehr auf die Region lenken wird. Diese Themen verdeutlichten die Bandbreite wirtschaftlicher, technologischer und sportlicher Aktivitäten innerhalb des Oberzentrums Südthüringen und deren Bedeutung für die regionale Entwicklung.
Künstliche Intelligenz als Frage unternehmerischer Entscheidungskraft
Den fachlichen Schwerpunkt der Veranstaltung setzte Roberto Schmidt, Geschäftsstellenleiter von ThEx Wirtschaft 4.0 bei der Digitalagentur Thüringen GmbH. Unter dem Titel „Zukunft entscheiden statt abwarten: Warum KI Ihren Mut braucht, um morgen noch dabei zu sein“ richtete er den Blick auf die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf Unternehmen und die damit verbundenen Anforderungen an unternehmerisches Handeln. Dabei machte Schmidt deutlich, dass Künstliche Intelligenz nicht über den Erfolg eines Unternehmens entscheidet, sondern die Fähigkeit von Unternehmerinnen und Unternehmern, Veränderungen aktiv anzunehmen und strategische Entscheidungen zu treffen. KI könne Prozesse beschleunigen, Informationen aufbereiten und neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Die Verantwortung für Entscheidungen bleibe jedoch weiterhin beim Menschen. Anhand praxisnaher Beispiele zeigte Schmidt auf, dass der erfolgreiche Einsatz von KI vor allem von klar definierten Zielen und präzisen Aufgabenstellungen abhängt. Wer digitale Werkzeuge als Partner im Entscheidungsprozess versteht und nutzt, kann seine eigene Entscheidungskraft erweitern und bessere Ergebnisse erzielen. Besonderes Augenmerk legte der Referent auf die Bedeutung klar formulierter Zielstellungen. Gerade bei der Arbeit mit KI werde deutlich, wie wichtig es sei, Erwartungen und Anforderungen konkret zu beschreiben. Nur wer seine Ziele klar definiere, könne die Potenziale neuer Technologien sinnvoll ausschöpfen. Die anschließende Diskussion zeigte das große Interesse der Unternehmen am Thema. Neben konkreten Anwendungsbeispielen standen Fragen zu Datensicherheit, Transparenz, Verantwortlichkeiten sowie zur Integration von KI in bestehende Unternehmensprozesse im Mittelpunkt des Austauschs.
Informationen aus Wirtschaft und Verwaltung
Neben dem Schwerpunktthema Künstliche Intelligenz informierten die Organisatoren über aktuelle Entwicklungen aus Wirtschaft und Verwaltung. Ein Thema war die schrittweise Einführung der E-Rechnung. Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 800.000 Euro werden ab 2027 verpflichtet sein, Rechnungen in elektronischer Form zu versenden. Auf entsprechende Informations- und Schulungsangebote wurde hingewiesen. Darüber hinaus stellte die Wirtschaftsförderung Überlegungen für ein neues Veranstaltungsformat „KI-Frühstück“ vor. Gesucht werden Unternehmen aus der Region, die bereits praktische Erfahrungen mit Künstlicher Intelligenz gesammelt haben und ihre Erkenntnisse mit anderen Betrieben teilen möchten. Ebenfalls informiert wurde über die Fördermittelbescheidübergabe für das Kompetenzzentrum Holz und nachwachsende Rohstoffe (KHoR) am Standort Suhl-Nord. Das Vorhaben gilt als wichtiger Baustein für die weitere wirtschaftliche Entwicklung und Innovationskraft des Oberzentrums Südthüringen.
Einblicke in die Arbeit von Mersen
Im Anschluss an den fachlichen Teil der Veranstaltung erhielten die Unternehmerinnen und Unternehmer Einblicke in die Arbeit der Mersen Deutschland Suhl GmbH. Thomas Leipold, Vertriebsleiter Graphite Specialties und Prokurist, stellte den Standort Suhl sowie dessen Tätigkeitsfelder vor. Dabei erhielten die Gäste Informationen zur Entwicklung des Unternehmens, zu internationalen Marktaktivitäten und zur Bedeutung innovativer Werkstoffe für unterschiedliche industrielle Anwendungen. Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Rundgang durch die Betriebsstätten des Unternehmens. Die Teilnehmenden konnten dabei Produktionsabläufe kennenlernen und praxisnahe Einblicke in die Fertigungsprozesse eines international tätigen Industrieunternehmens vom Friedberg gewinnen. Gleichzeitig bot sich die Gelegenheit, mit Verantwortlichen des Unternehmens direkt ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen.
Netzwerke stärken, Zukunft gestalten
Der Friedberg-Management-Stammtisch verdeutlichte erneut den Mehrwert regelmäßiger Netzwerkveranstaltungen für die regionale Wirtschaft. Die Verbindung aus aktuellen Informationen, fachlichen Impulsen und persönlichem Austausch schafft wichtige Voraussetzungen, um Herausforderungen gemeinsam anzugehen und neue Entwicklungsperspektiven zu erschließen. Gerade für das Industrie- und Gewerbegebiet Friedberg zwischen Suhl und Schleusingen sind funktionierende Netzwerke zwischen Unternehmen, Institutionen und Kommunen von besonderer Bedeutung. Die räumliche Nähe der Betriebe schafft ideale Voraussetzungen für Kooperationen, Wissensaustausch und gemeinsame Entwicklungsprojekte. Formate wie das Unternehmerfrühstück leisten hierzu einen wichtigen Beitrag, indem sie Unternehmen regelmäßig zusammenbringen und aktuelle Themen direkt vor Ort diskutierbar machen. Mit ihren Unternehmerfrühstücken und weiteren Netzwerkveranstaltungen unterstützt die AG Wirtschaftsförderung der KAG Oberzentrum Südthüringen Unternehmen dabei, Wissen zu teilen, Kooperationen anzubahnen und neue Entwicklungsperspektiven zu erschließen. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Südthüringen.
Infokasten Mersen Deutschland Suhl GmbH
Die Mersen Deutschland Suhl GmbH ist Teil der international tätigen Mersen-Gruppe, einem weltweit führenden Anbieter von elektrischen Energiesystemen und Hochleistungswerkstoffen für industrielle Anwendungen. Am Standort Suhl entwickelt und produziert das Unternehmen spezialisierte Graphit- und Kohlenstofflösungen, die unter anderem in der Energie-, Chemie-, Metallurgie-, Halbleiter- und Prozessindustrie zum Einsatz kommen. Mit ihrer hohen Materialkompetenz und langjährigen Erfahrung gehört die Mersen Deutschland Suhl GmbH zu den wichtigen Industrieunternehmen im Wirtschaftsraum Südthüringen. Der Standort ist in internationale Wertschöpfungsketten eingebunden und beliefert Kunden weltweit mit innovativen Werkstofflösungen für anspruchsvolle technische Anwendungen. Als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb leistet das Unternehmen zugleich einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region. Durch kontinuierliche Investitionen in Technologie, Qualität und Fachkräfte trägt Mersen dazu bei, die industrielle Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Südthüringen nachhaltig zu stärken.
- Gruppenfoto Mersen
- Gruppenfoto Unternehmerfrühstück
- Roberto Schmidt
- Thomas Leipold
- Unternehmensrundgang











