28 Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Industrie- und Gewerbegebiet Friedberg zwischen Suhl und Schleusingen kamen am 20. August 2026 zum Unternehmerfrühstück des bestehenden Friedberg-Management-Stammtisches zusammen. Nach dem gemeinsamen Ankommen, Netzwerken und Frühstücken standen zunächst ein arbeitsrechtlicher Fachvortrag, anschließend die aktuellen Themen der Unternehmen sowie die Vorstellung des heutigen Gründerzentrums Suhl auf dem Programm. Das Treffen bot erneut Gelegenheiten, Informationen aus der Region aufzunehmen, konkrete Fragen aus dem Unternehmensalltag zu besprechen und miteinander über die Entwicklung des Industrie- und Gewerbegebiets Friedberg im Gespräch zu bleiben.
Das Industrie- und Gewerbegebiet Friedberg zählt zu den bedeutenden Wirtschaftsstandorten der Region und beherbergt zahlreiche Unternehmen aus Industrie, Handwerk und Dienstleistung. Mit dem Veranstaltungsformat unterstützt die KAG eine Plattform, auf der wirtschaftsrelevante Themen frühzeitig aufgegriffen, Anliegen aus der Unternehmerschaft gebündelt und neue Kooperationen angestoßen werden können. Gleichzeitig erhält die gemeinsame Wirtschaftsförderung wichtige Impulse aus den Unternehmen für ihre weitere Arbeit.
Was die Unternehmen am Friedberg bewegt
Vor dem fachlichen Impuls rückten die Themen der Unternehmen in den Mittelpunkt der Veranstaltung. Im freien Austausch wurden verschiedene Anliegen und Entwicklungen besprochen, die das Industrie- und Gewerbegebiet Friedberg betreffen. Dabei ging es unter anderem um die neuen Ansprechpartner auf dem Friedberg und den neuen Kantinenbetreiber bei Schaeffler, Michel´s Kantine. Auch aktuelle Veranstaltungen im Oberzentrum Südthüringen waren Gegenstand des Austauschs. Vorgestellt wurden unter anderem der City-Biathlon Oberhof am 29. August 2026, das 13. Suhler Straßentheater Festival vom 4. bis 6. September, die Slusia Night in Schleusingen am 11. September sowie das Stadtfest in Zella-Mehlis vom 11. bis 13. September. Der offene Austausch ermöglichte es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, eigene Themen einzubringen, Informationen weiterzugeben und sich unmittelbar über Entwicklungen am Standort auszutauschen. Gerade diese Gespräche zwischen den Unternehmen bilden einen wesentlichen Bestandteil des Friedberg-Management-Stammtischs.
Jugendarbeitsschutz im Mittelpunkt des fachlichen Impulses
Holger Fischer, Referent Recht bei der IHK Südthüringen, setzte mit seinem Vortrag „Beschäftigung von Jugendlichen – Kleiner Exkurs Arbeitsrecht“, den inhaltlichen Schwerpunkt des Vormittags. Im Mittelpunkt standen die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen. Gerade mit Blick auf Ferienjobs erläuterte Fischer, welche besonderen Anforderungen Arbeitgeber beachten müssen und welche gesetzlichen Vorgaben für unterschiedliche Altersgruppen gelten. Ein wichtiger Aspekt war dabei die Unterscheidung zwischen Kindern und Jugendlichen sowie die besondere rechtliche Situation von Jugendlichen, die noch der Vollzeitschulpflicht unterliegen. Das Jugendarbeitsschutzgesetz gilt grundsätzlich für alle Beschäftigten unter 18 Jahren. Für vollzeitschulpflichtige Jugendliche gelten, so Fischer, in bestimmten Bereichen besondere Regelungen.
Thematisiert wurden außerdem die zulässigen Beschäftigungen, Arbeitszeiten und die Grenzen bei Tätigkeiten für jüngere Beschäftigte. Für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren, die noch der Vollzeitschulpflicht unterliegen, besteht während der Schulferien beispielsweise die Möglichkeit einer Beschäftigung von höchstens vier Wochen im Kalenderjahr. Praxisnah wurde auch die Frage betrachtet, wie Unternehmen mit bereits absolvierten Ferienbeschäftigungen umgehen können. Da Arbeitgeber nicht auf eine behördliche Datenbank zurückgreifen können, um frühere Ferienjobs bei anderen Unternehmen zu überprüfen, wurde unter anderem empfohlen, eine schriftliche Eigenerklärung des Jugendlichen einzuholen und die Angaben zur Beschäftigungsdauer zu dokumentieren.
Weitere Themen waren die Erstuntersuchung, die bei bestimmten Beschäftigungen Jugendlicher erforderlich ist, sowie die Pflichten der Arbeitgeber. Dazu zählen unter anderem Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz, die Gefährdungsbeurteilung, die Unterweisung über Unfall- und Gesundheitsgefahren sowie die Fürsorgepflicht. Der Vortrag gab damit einen kompakten Überblick über ein Thema, das für Unternehmen bei der Beschäftigung von Ferienjobbern und jungen Beschäftigten unmittelbar relevant ist..
Vom Verlagshaus zum heutigen Gründerzentrum Suhl
Nach dem Austausch erhielten die Unternehmerinnen und Unternehmer einen Einblick in die Geschichte und Entwicklung des heutigen Gründerzentrums Suhl. Unter dem Titel „Vom Verlagshaus zum heutigen Gründerzentrum Suhl“ wurde die Entwicklung des Standortes seit den 1990er-Jahren vorgestellt. Der Standort auf dem Friedberg ist eng mit der Geschichte des Freien Wort verbunden. Bereits 1992 wurde dort der Grundstein für ein Druck- und Verlagshaus gelegt. Das Druckhaus der Suhler Verlagsgesellschaft „Freies Wort“ nahm im September 1993 seinen Betrieb auf. Damit entstand am Friedberg ein Standort, an dem die Herstellung der regionalen Tageszeitung über viele Jahre eine wichtige Rolle spielte.
Das Verlagshaus stand dabei für die Verbindung von journalistischer Arbeit und technischer Zeitungsproduktion. Über viele Jahre wurden hier redaktionelle und verlegerische Aufgaben wahrgenommen und die Voraussetzungen für die Produktion der Zeitung geschaffen. Der Standort war damit ein wichtiger Teil der regionalen Medienlandschaft und zugleich ein prägender Bestandteil des Gewerbeparks Friedberg. Mit dem Wandel der Medienbranche haben sich auch die Anforderungen an solche Produktionsstandorte verändert. Die klassische Zeitungsproduktion vor Ort gehört inzwischen der Vergangenheit an. Gleichzeitig eröffnet dieser Wandel die Möglichkeit, vorhandene Gebäude und Flächen neu zu denken und ihnen eine andere wirtschaftliche Perspektive zu geben.
Die Präsentation beim Unternehmerfrühstück griff diese Entwicklung auf. Aus dem ehemaligen Verlagshaus entstand jüngst ein Ort für neue unternehmerische Aktivitäten und Gründungsideen. Die Entwicklung steht damit beispielhaft für den Wandel eines Wirtschaftsstandortes, von der klassischen industriellen und medialen Nutzung hin zu neuen Formen des Arbeitens und Wirtschaftens. Im Anschluss an die Vorstellung konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Standort bei einem Rundgang näher kennenlernen.
Persönlicher Austausch stärkt den Wirtschaftsstandort
Das Unternehmerfrühstück am Friedberg verband somit wieder einmal unterschiedliche Perspektiven. Einen fachlichen Impuls zu einem für Unternehmen relevanten arbeitsrechtlichen Thema, den offenen Austausch über konkrete Anliegen im Industrie- und Gewerbegebiet sowie einen Einblick in die Entwicklung eines traditionsreichen Standortes. Für die 28 teilnehmenden Unternehmerinnen und Unternehmer stand dabei nicht nur die Informationsvermittlung im Vordergrund. Vor allem der persönliche Austausch bietet immer wieder die Möglichkeit, Erfahrungen miteinander zu teilen, Entwicklungen frühzeitig anzusprechen und Kontakte innerhalb des Wirtschaftsstandortes zu pflegen.
Mit dem Unternehmerfrühstück des Friedberg-Management-Stammtisches unterstützt die Wirtschaftsförderung der KAG Oberzentrum Südthüringen regelmäßig einen Rahmen für diesen direkten Dialog. So können Themen aus der Unternehmerschaft aufgenommen und gemeinsam mit den Unternehmen weitergedacht werden. Regelmäßige Treffen tragen dazu bei, den Kontakt zwischen Unternehmen, Wirtschaftsförderung und weiteren Akteuren der Region zu stärken, aktuelle Entwicklungen frühzeitig aufzugreifen und den Wirtschaftsstandort Friedberg gemeinsam weiterzuentwickeln.
Infokasten: Vom Verlagshaus zum heutigen Gründerzentrum Suhl
Der Standort auf dem Suhler Friedberg ist eng mit der Geschichte des Freien Wort verbunden. Bereits 1992 wurde hier der Grundstein für ein Druck- und Verlagshaus gelegt. Im September 1993 nahm das Druckhaus der Suhler Verlagsgesellschaft „Freies Wort“ seinen Betrieb auf. Das Gebäude vereinte damit die Funktionen eines Verlagshauses und einer Druckerei und wurde über viele Jahre von der regionalen Tageszeitung geprägt. Die Entwicklung der Medienbranche hat auch die Anforderungen an den Standort verändert. Die klassische Zeitungsproduktion vor Ort wurde aufgegeben. Gleichzeitig blieb das markante Gebäude auf dem Friedberg ein Teil der Suhler Wirtschaftsgeschichte und bietet heute die Möglichkeit, diese Geschichte um ein neues Kapitel zu erweitern. Mit der Perspektive eines heutigen Gründerzentrums kann aus einem ehemaligen Ort der Zeitungsproduktion ein Raum für neue unternehmerische Ideen entstehen. Der Wandel eröffnet damit Chancen für neue Nutzungen, moderne Arbeitsformen und Gründungen. So wird die Geschichte des Standortes nicht beendet, sondern weitergeschrieben: Aus einem Ort, an dem über Jahrzehnte Nachrichten produziert wurden, kann ein Ort werden, an dem neue Unternehmen und Ideen ihren Anfang nehmen.
- Ein Blick in den Tagungsraum des neuen Gründerzentrums Suhl.
- Die Teilnehmer im persönlichen Austausch.
- Holger Fischer, Referent Recht bei der IHK Südthüringen, bei seinem Vortrag zum Thema „Beschäftigung von Jugendlichen – Kleiner Exkurs Arbeitsrecht“.
- Der Suhler Oberbürgermeister André Knapp begrüßt die Teilnehmer des Unternehmerfrühstücks des Friedberg-Management-Stammtisches.
- Pierre Döring, Verlagsleiter Freies Wort und Südthüringer Zeitung bei Suhler Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, gibt Einblicke in die Geschichte des Objektes.
- Beim Rundgang durch die ehemaligen Produktionsstätten.












