Praktische Fragen des betrieblichen Arbeitsschutzes, ein Blick hinter die Kulissen eines der jüngsten Neuzugänge im Industriegebiet sowie der direkte Dialog zwischen Wirtschaft und Wirtschaftsförderung prägten das Unternehmensfrühstück im Industriegebiet Zella-Mehlis/Suhl am 02. Juli 2026. 37 Unternehmerinnen und Unternehmer kamen diesmal in den Räumlichkeiten des Fritzparks zusammen und nutzten die Gelegenheit, aktuelle Themen gemeinsam mit der AG Wirtschaftsförderung der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft (KAG) Oberzentrum Südthüringen zu besprechen.
Das Zusammenspiel von Wirtschaft, Verwaltung und regionalen Akteuren ist gerade in einem gemeindeübergreifend gewachsenen Industriegebiet wie dem von Suhl und Zella-Mehlis ein wesentlicher Standortfaktor. Die KAG schafft hierfür den organisatorischen Rahmen. Sie greift Themen aus der betrieblichen Praxis auf, bringt Unternehmen mit relevanten Fachleuten zusammen und sorgt dafür, dass wirtschaftliche Anliegen strukturiert in kommunale Planungs- und Entscheidungsprozesse einfließen. Für die ansässigen Betriebe entsteht so ein unmittelbarer Mehrwert. Von konkreten Fachinformationen über neue Geschäftskontakte bis hin zu gemeinsamen Lösungsansätzen bei operativen wie strategischen Fragestellungen zum gemeinsamen Wirtschaftsstandort.
Gastgeber Fritzpark: Ein gelungener Start für die neue Multi-Entertainment-Erlebniswelt in Südthüringen
Gastgeber des Treffens war der Fritzpark, der seit seiner feierlichen Eröffnung Ende April 2026 zu einem vielbesuchten Anlaufpunkt in der Region geworden ist. Nach der Begrüßung durch Torsten Widder, Bürgermeister der Stadt Zella-Mehlis, erhielten die Teilnehmenden bei einem Unternehmensrundgang einen unmittelbaren Einblick in Aufbau, Betrieb und Konzept des Indoor-Erlebnisparks. Auf rund 3.200 Quadratmetern vereint der Park Bewegungs- und Erlebnisangebote für verschiedene Altersgruppen, von Trampolinflächen über Kletter- und Ninja-Bereiche bis hin zu Lasertag und digitalen Spielelementen. Das wetterunabhängige Konzept richtet sich an Familien, Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen und ergänzt intelligent und heimatverbunden die ohnehin vielfältige Freizeitlandschaft des Oberzentrums Südthüringen. Die Betreiber zogen beim Rundgang ein durchweg positives Resümee der ersten Wochen nach der Eröffnung. Die starke Besucherresonanz zeige, dass ein modernes Freizeitangebot dieser Art nicht nur die Lebensqualität vor Ort spürbar steigere, sondern auch die Wahrnehmung des gesamten Wirtschaftsstandorts positiv beeinflusse. Für das Industriegebiet Zella-Mehlis/Suhl ist der Fritzpark damit ein Beispiel dafür, wie unternehmerischer Mut, regionale Verbundenheit und eine klare Zukunftsvision zusammenwirken können.
Fachvortrag: Gefährdungsbeurteilung als gesetzliche Pflicht aber auch betriebliche Chance
Einen fundierten fachlichen Schwerpunkt setzte im Anschluss Christian Vater, Abteilungsleiter Arbeitsschutz beim Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz, mit seinem Vortrag „Gefährdungsbeurteilung im Unternehmen – Was muss und was kann?“. Er legte dar, dass die gesetzlich verankerte Gefährdungsbeurteilung weit über eine rein formale Verpflichtung hinausgeht. Sie fungiert als zentrales Steuerungsinstrument, mit dem Betriebe Risiken systematisch erfassen, bewerten und wirksam beherrschen können. Vater betonte, dass es dabei keine pauschalen Standardlösungen gibt. Jeder Betrieb müsse eine individuell zugeschnittene Beurteilung erarbeiten und in regelmäßigen Abständen überprüfen. Das Spektrum der zu betrachtenden Gefährdungen reiche von klassischen technischen Risiken, etwa bei Lager- und Transportabläufen, Schweiß- und Schleifarbeiten oder dem Umgang mit Gefahrstoffen, bis hin zu psychischen Belastungsfaktoren wie anhaltender Zeitdruck oder destruktive Teamstrukturen. Zugleich machte er deutlich, dass Arbeitsschutz keine Einbahnstraße sein muss. Während die Verantwortung für Organisation und Umsetzung bei der Unternehmensführung liegt, sind Beschäftigte gleichermaßen nicht nur verpflichtet, festgelegte Schutzmaßnahmen konsequent einzuhalten, sondern auch aktiv eingeladen, Maßnahmen mit dem Unternehmer gemeinsam praxisnah zu erarbeiten. Eine sorgfältig umgesetzte Gefährdungsbeurteilung könne nicht nur Arbeitsunfälle und krankheitsbedingte Ausfallzeiten reduzieren, sondern trage auch zur Mitarbeiterzufriedenheit und damit langfristig zur wirtschaftlichen Stabilität eines Unternehmens bei. Mit Blick auf künftige Entwicklungen verwies Vater zudem auf das Potenzial digitaler Werkzeuge und Künstlicher Intelligenz, um den administrativen Aufwand im Arbeitsschutz deutlich zu verringern.
Gemeinsam den Wirtschaftsstandort voranbringen
Das Unternehmerfrühstück bestätigte erneut, welchen konkreten Nutzen die systematische Vernetzung von Betrieben, Institutionen und kommunalen Akteuren für die Entwicklung des Industriegebiets Zella-Mehlis/Suhl entfaltet. Fachlicher Input, unmittelbarer Austausch und die Möglichkeit, den gastgebenden Betrieb vor Ort kennenzulernen, setzen Impulse, die über das einzelne Treffen hinauswirken. Die KAG wird dieses bewährte Format fortführen und Unternehmen weiterhin eine verlässliche Plattform bieten, um die Herausforderungen und Chancen des Wirtschaftsstandorts Südthüringen gemeinsam zu gestalten.
Infokasten: Der Fritzpark Zella-Mehlis
Der Fritzpark ist ein Indoor-Erlebnispark im Industriegebiet Zella-Mehlis/Suhl. Auf rund 3.200 Quadratmetern bietet er ein breites Spektrum an Bewegungs- und Erlebnisangeboten für alle Altersgruppen, darunter Trampolinflächen, Kletter- und Ninja-Bereiche, Lasertag sowie digitale Spielelemente. Seit der Eröffnung im April 2026 hat sich der Park als beliebtes Ausflugsziel für Familien und Gäste aus der gesamten Region etabliert. Das wetterunabhängige Konzept ergänzt die Freizeitlandschaft des Oberzentrums Südthüringen und leistet einen Beitrag zur Stärkung der regionalen Standortattraktivität.
- Torsten Widder, Bürgermeister der Stadt Zella-Mehlis, begrüßt die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer zum 2. Unternehmensfrühstück 2026 im Industriegebiet Zella-Mehlis – Suhl / Quelle: Steffen Hertel
- Andreas Sommer-Kessel, Geschäftsführer des Fritzparks, beschreibt den Anwesenden im Foyer die Entstehungsgeschichte des Unternehmens. / Quelle: Steffen Hertel
- Unternehmensrundgang einmal anders, statt Produktionsmaschinen bewegen sich die Teilnehmenden durch eine Erlebniswelt. / Quelle: Steffen Hertel
- Unternehmerinnen und Unternehmer versammeln sich zu einem Gruppenfoto. / Quelle: Steffen Hertel
- Christian Vater, Abteilungsleiter Arbeitsschutz beim Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz, erläutert während seines Vortrags Details zur Gefährdungsbeurteilung im Unternehmen. / Quelle: Steffen Hertel











