Wie gewinnen Vereine Sponsoren? Was macht eine erfolgreiche Zusammenarbeit aus? Und was erwarten Unternehmen und Förderer eigentlich von den Vereinen? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigte sich das jüngste Vereinsgeflüster der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft (KAG) Oberzentrum Südthüringen Ende Mai 2026 in der Villa Sauer in Suhl. Mit diesem Format schafft die KAG regelmäßig Möglichkeiten für die Vereine aus den vier Verbundstädten Oberhof, Schleusingen, Suhl und Zella-Mehlis, sich zu aktuellen Themen auszutauschen, voneinander zu lernen und neue Impulse für ihre ehrenamtliche Arbeit mitzunehmen.
Das Interesse an dem Thema war groß. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen aus den vier KAG-Städten nutzten die Gelegenheit zum Austausch. Die Veranstaltungsräume waren bis auf den letzten Platz gefüllt und bereits vor Beginn entwickelte sich eine lebhafte Gesprächsatmosphäre. Unter dem Titel „Sponsoring im Verein – Chancen, Wege und Erfahrungen aus der Praxis“ hatte die KAG bewusst Gäste eingeladen, die das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten konnten. Auf dem Podium diskutierten David Möller, Staatssekretär für Sport und Ehrenamt in der Thüringer Staatskanzlei, Annette Theil-Deininger, Vorstandsvorsitzende der Rhön-Rennsteig-Sparkasse, Christian Jacob, Leiter Unternehmenskommunikation und Marketing am SRH Klinikum Suhl, Silvia Bergner, Citymanagerin der Stadt Suhl, sowie Sebastian Dietz von Dietz Event & Design. Bereits zu Beginn wurde deutlich, dass Sponsoring weit mehr bedeutet als finanzielle Unterstützung. Im Mittelpunkt standen Fragen nach Vertrauen, Verlässlichkeit, gegenseitigem Nutzen und langfristigen Partnerschaften. Die Podiumsgäste berichteten dabei nicht nur aus ihren beruflichen Erfahrungen, sondern gaben den Vereinen zahlreiche konkrete Hinweise für die eigene Praxis mit auf den Weg.
Offene Diskussion statt Frontalvortrag
Besonders positiv wurde von den Teilnehmenden die offene und lebendige Diskussionskultur wahrgenommen. Die Gäste auf dem Podium ergänzten sich in ihren Aussagen, griffen die Argumente der anderen auf und diskutierten auch unterschiedliche Sichtweisen respektvoll und konstruktiv miteinander. Dadurch entstand kein klassischer Vortragsabend, sondern ein echter Dialog, von dem sowohl die Vereine als auch die Gäste selbst profitierten. Die unterschiedlichen Perspektiven aus Politik, Wirtschaft, Finanzwesen, Stadtentwicklung und Veranstaltungsmanagement sorgten dabei für einen abwechslungsreichen und zugleich praxisnahen Austausch. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten im Anschluss die Gelegenheit, ihre positive Resonanz zur Veranstaltung direkt an die Organisatoren weiterzugeben.
Praxisnahe Antworten auf konkrete Fragen
Im Mittelpunkt der Diskussion standen Fragen, die viele Vereine aus ihrem Alltag kennen: Wie spricht man potenzielle Sponsoren an? Welche Gegenleistungen können Vereine anbieten? Wie wichtig sind persönliche Kontakte? Und welche Erwartungen haben Unternehmen an eine Zusammenarbeit? Die Antworten der Podiumsgäste waren dabei in vielen Punkten bemerkenswert einheitlich. Persönliche Gespräche seien häufig erfolgreicher als standardisierte Anfragen. Vereine sollten ihre Anliegen klar formulieren, authentisch auftreten und deutlich machen, welchen gesellschaftlichen Beitrag sie leisten. Gleichzeitig wurde betont, dass Sponsoring keine Einbahnstraße sei, sondern von gegenseitigem Vertrauen und einer verlässlichen Zusammenarbeit lebe. Mehrfach hoben die Diskussionsteilnehmer hervor, dass Sponsoring möglichst langfristig gedacht werden sollte. Unternehmen seien in der Regel nicht an einmaligen Kontakten interessiert, sondern an verlässlichen Partnerschaften, die über mehrere Jahre wachsen können. Für Vereine bedeute dies, Sponsoren nicht nur als Geldgeber für einzelne Projekte zu betrachten, sondern als Partner, mit denen eine nachhaltige Zusammenarbeit aufgebaut werden kann und auch sollte. Darüber hinaus wurden auch rechtliche und organisatorische Aspekte angesprochen. So erläuterten die Podiumsgäste unter anderem die Unterschiede zwischen Sponsoring und Spenden. Während eine Spende in der Regel ohne konkrete Gegenleistung erfolgt, basiert Sponsoring auf einem gegenseitigen Austausch von Leistungen und Gegenleistungen. Gerade diese Unterschiede seien für Vereine wichtig zu kennen, um Kooperationen rechtssicher und transparent gestalten zu können. Auch kritische Fragen aus dem Publikum wurden offen aufgegriffen. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, eigene Erfahrungen einzubringen und konkrete Herausforderungen aus ihrem Vereinsalltag anzusprechen. Dadurch entwickelte sich eine intensive Fragerunde, die von vielen Gästen als besonderer Mehrwert der Veranstaltung hervorgehoben wurde.
Netzwerke schaffen und voneinander lernen
Mit dem Vereinsgeflüster verfolgt die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Oberzentrum Südthüringen das Ziel, Vereine miteinander zu vernetzen, Wissen zugänglich zu machen und den Austausch über Stadtgrenzen hinweg zu fördern. Die Veranstaltung zeigte erneut, wie groß das Interesse an praxisnahen Themen und am gemeinsamen Lernen ist. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig solche Austauschformate für die Vereinslandschaft im Oberzentrum Südthüringen sind. Die Kommunale Arbeitsgemeinschaft versteht sich dabei als Plattform, die Vereine miteinander vernetzt, Erfahrungen sichtbar macht und den Dialog zwischen Ehrenamt, Wirtschaft, Verwaltung und Politik fördert. Zum Abschluss nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Kontakte auszutauschen und die Diskussionen des Abends fortzuführen. Die besondere Atmosphäre der Villa Sauer bot dafür den passenden Rahmen. Ein besonderer Dank gilt dem Provinzkultur e. V., der die Räumlichkeiten für die Veranstaltung zur Verfügung stellte. Die KAG Oberzentrum Südthüringen bedankt sich ausdrücklich für die Gastfreundschaft und die hervorragende Unterstützung. Die Villa Sauer erwies sich einmal mehr als idealer Ort für Begegnung, Austausch und gemeinschaftliches Miteinander. „Die große Resonanz und die vielen positiven Rückmeldungen zeigen uns, dass wir mit diesem Thema einen Nerv getroffen haben“, sagt Alexander Brodführer, Vorsitzender der KAG Oberzentrum Südthüringen. „Besonders gefreut hat mich die Offenheit, mit der die Podiumsgäste ihre Erfahrungen geteilt haben, und die aktive Beteiligung der Vereine. Genau dafür wurde das Vereinsgeflüster in der KAG geschaffen: Menschen zusammenzubringen, Wissen zu teilen und voneinander zu lernen.“ Das nächste Vereinsgeflüster der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Oberzentrum Südthüringen findet im September in Schleusingen statt. Auch dort sollen wieder aktuelle Fragestellungen aus dem Vereinsalltag aufgegriffen und gemeinsam mit den Vereinen diskutiert werden. Die KAG freut sich bereits jetzt auf viele engagierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie einen erneut offenen und konstruktiven Austausch.
Infokasten: Vereinsgeflüster der KAG
Die Kommunale Arbeitsgemeinschaft (KAG) für ein Oberzentrum Südthüringen hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität in den vier Verbundstädten Oberhof, Schleusingen, Suhl und Zella-Mehlis sowie in der gesamten Region langfristig zu steigern. Ein zentrales Anliegen dabei ist die Förderung des Vereinslebens, des ehrenamtlichen Engagements und der kulturellen Vielfalt. Daher legt die KAG großen Wert darauf, die Vereine und Kulturschaffenden stärker miteinander zu vernetzen, den Austausch zu fördern und gemeinsame Synergien zu schaffen, denn viele Herausforderungen und Themen sind oft ähnlich. Das Format „Vereinsgeflüster“ wurde von der KAG genau dafür ins Leben gerufen: Vereine aus den KAG-Städten enger miteinander vernetzen, Wissen zu teilen und gemeinsam Lösungen für Herausforderungen des Vereinsalltags zu finden. Die erste Veranstaltung fand im Oktober 2024 statt.
- Das Podium im Blick
- David Möller im Gespräch
- Die Diskussion ist im Gange
- Frage an das Podium
- Gespräche im Nachgang
- Teilnehmende im Austausch
- Vereinsgeflüster der KAG













